Das Problem ist nicht Dr. Google
Das Problem ist Information ohne Kontext und ohne ärztliche Einbettung
Die neue Welle: KI für Gesundheit
Diese Woche hat OpenAI „ChatGPT Health" vorgestellt. Wenige Tage später zog Anthropic mit „Claude for Healthcare" nach. Die Botschaft beider Unternehmen: Künstliche Intelligenz soll Sie bei Gesundheitsfragen unterstützen. Sie können Ihre Apple-Health-Daten verbinden, Laborwerte hochladen, Fragen stellen.
230 Millionen Menschen weltweit fragen bereits jede Woche eine KI nach Gesundheitsthemen. Das ist keine Zukunft – das ist Gegenwart.
Und wir begrüßen das. Wirklich.
Denn das Problem war nie, dass Menschen sich informieren wollen. Das Problem war nie „Dr. Google".
Das Problem ist etwas anderes.
Das eigentliche Problem: Information ohne Kontext
Stellen Sie sich vor, Sie googeln „erhöhter Ferritin-Wert". Sie finden: Eisenüberladung, Hämochromatose, Lebererkrankungen, Entzündungen, Krebs. Alles korrekt. Alles beängstigend. Und für Sie persönlich – wahrscheinlich irrelevant.
Denn was Google nicht weiß: Dass Sie gerade eine Erkältung hatten. Dass Ihr CRP auch erhöht ist. Dass Ihr Ferritin vor drei Monaten normal war und wahrscheinlich in drei Wochen wieder normal sein wird.
„Das Problem ist nicht die Information. Das Problem ist die fehlende Einordnung."
Eine KI, die Ihre Symptome kennt, aber nicht Ihre Vorgeschichte, ist wie ein Arzt, der Sie zum ersten Mal sieht – bei jedem Gespräch aufs Neue. Sie fangen jedes Mal von vorne an. Jede Antwort ist generisch. Jede Empfehlung ein Schuss ins Blaue.
Was ChatGPT Health und Claude Healthcare können – und was nicht
Die neuen Gesundheits-Features von OpenAI und Anthropic sind durchaus beeindruckend. Sie können Fitness-Apps verbinden wie Apple Health, Peloton oder MyFitnessPal. Sie können Laborwerte hochladen und erklären lassen. Sie können Muster in Ihren Daten erkennen und Fragen für Ihren nächsten Arztbesuch vorbereiten.
Was sie nicht können:
Ihren individuellen Kontext verstehen. Sie laden Daten hoch – aber wer kuratiert, was davon relevant ist? Wer filtert, was Sie beunruhigen könnte, ohne Ihnen tatsächlich zu helfen?
Ärztlich einordnen. Beide Unternehmen betonen explizit: Diese Tools sind kein Ersatz für medizinische Beratung. Ein „qualified professional" muss die Ergebnisse prüfen. Aber wer ist dieser Professional? Und wann sehen Sie ihn?
In Deutschland funktionieren. ChatGPT Health ist aktuell auf die USA beschränkt. Die Anbindung an Patientenportale funktioniert mit amerikanischen Systemen (Anbieter in den USA: b.well). Für Sie als Patient in Deutschland: nicht verfügbar.
Was wir anders machen
Wir haben nicht auf ChatGPT Health gewartet. Wir nutzen KI-gestützte Gesundheitsberatung seit April 2025 in unserer Praxis. Aber wir machen es anders.
Ärztlich kuratierter Kontext
Bevor unsere Patienten ihr persönliches GPT nutzen, haben wir gemeinsam ihren Gesundheitskontext aufgebaut. Nicht durch Bulk-Upload aller verfügbaren Daten, sondern durch ärztliche Kuratierung.
Wir verstehen gemeinsam mit Ihnen: Was ist Ihre aktuelle Motivation? Was sind Ihre Ziele und Problemstellen? Welche gesundheitlichen Herausforderungen haben Sie? Wo setzen wir als erstes an? Welche Hebel können Sie leichter bewegen als andere?
API-Anbindung statt Kontext-Überladung
Ihr GPT hat nicht alle Ihre Laborwerte im Gedächtnis – das würde die Antworten verwässern. Stattdessen kann es bei Bedarf über eine sichere Schnittstelle aktuelle Daten aus unserer Praxis abrufen. Gezielt. Relevant. Aktuell.
Ärztliche Einbettung
Die KI ist ein Werkzeug – kein Ersatz für uns. Wenn Ihr GPT etwas Wichtiges findet, können Sie uns dies direkt aus dem System heraus weiterleiten. Wenn Sie unsicher sind, können Sie uns direkt fragen. Die KI macht Ihre Gespräche mit uns effizienter – sie bereichert sie. Sie ersetzt sie nicht.
Der Unterschied in der Praxis
ChatGPT Health verspricht, Ihren medizinischen Kontext zu kennen. Und ja – wenn Sie Ihre Daten hochladen, kann die KI diese auch nutzen. Das ist ein Fortschritt gegenüber kontextlosem Googeln.
Aber hier beginnen die echten Fragen:
Wer beantwortet Ihre Fragen? Sie haben nun ein GPT, das Ihren Gesundheitskontext kennt. Sie entwickeln differenzierte Fragestellungen. Aber der Arzt, den Sie dann fragen – hat er Zugriff auf denselben Kontext? Versteht er, worauf Sie hinauswollen? In den meisten Fällen: nein. Die KI und Ihr Arzt arbeiten in getrennten Welten.
Wer begleitet Sie ärztlich? ChatGPT Health ist in Deutschland nicht verfügbar. Aber selbst in den USA: Es gibt keine eingebettete ärztliche Begleitung. Keine Möglichkeit, Fragen direkt an eine Praxis zu senden. Keine Integration in ein Behandlungssystem.
Bei uns ist das anders.
Wichtig dabei: Wir lesen nicht Ihre Chats mit dem GPT. Ihre Gespräche mit der KI bleiben privat. Aber wenn Sie eine Fragestellung entwickeln, die Sie mit uns besprechen möchten, können Sie diese direkt an uns weiterleiten.
Wir arbeiten dann mit unserem eigenen Zugang zum selben System. Wir können die Fragestellung aus ärztlicher Perspektive vertiefen, das GPT mit unserem Fachwissen gezielter befragen, Zusammenhänge erkennen, die einem Laien verborgen bleiben. Auch unser System sieht Ihre privaten Chats nicht – aber wir arbeiten mit demselben Kontext, demselben Wissen über Ihre Gesundheitssituation.
So entsteht ein Hin und Her: Sie recherchieren, wir vertiefen. Sie entwickeln Fragen, wir ordnen ein. Sie und wir – mit demselben Werkzeug, aber unterschiedlichem Blickwinkel.
„Das ist der Unterschied zwischen einer KI, die Daten kennt, und einem System, das ärztlich eingebettet ist."
Warum das jetzt wichtig ist
Die Ankündigungen von OpenAI und Anthropic zeigen: Die Welt erkennt, dass Menschen KI für Gesundheitsfragen nutzen werden. Das ist gut.
Aber es zeigt auch die Lücke: Wer kuratiert den Kontext? Wer ordnet ein? Wer übernimmt Verantwortung?
In den USA können Sie bald Ihre Daten an ChatGPT schicken. Aber auch dort fehlt die Brücke zwischen KI und Arzt. Die KI kennt Ihre Daten – aber Ihr Arzt arbeitet mit seinem eigenen System. Sie haben zwei Welten, die nicht miteinander sprechen.
Bei uns ist diese Brücke gebaut. Wir arbeiten mit demselben GPT wie Sie. Wir verstehen Ihre Fragen nicht als Laien-Anfragen, sondern als Ausgangspunkt für ein gemeinsames Vertiefen. Und wir können direkt aus dem System heraus mit Ihnen kommunizieren.
Das ist unser Ansatz: Nicht KI oder Arzt – sondern KI und Arzt, integriert in ein System.
Ihr GPT kennt Sie
Das ist der entscheidende Unterschied: Ihr persönliches Longevity-GPT ist keine generische KI, die Sie mit Daten füttern. Es ist ein System, das wir gemeinsam mit Ihnen entwickelt haben. Mit Ihrem Kontext. Mit Ihrer Geschichte. Mit ärztlicher Einbettung.
„Das Problem war nie Dr. Google. Das Problem war immer: Information ohne Kontext, ohne Kuratierung, ohne ärztliche Einbettung."
Wir haben das gelöst. Seit zehn Monaten. In Deutschland. Für unsere Patienten.